Neue 20er-Note: Fälschungssicher aber irrelevant - Etikettenschwindel bei 90 Prozent des Geldes

Schweiz - Am Mittwoch, 17. Mai 2017, wird die neue 20er-Note in Umlauf gebracht. Was in der breiten Berichterstattung über die “sicherste Note der Welt” ausser Acht gelassen wird, ist, dass Bargeld nur noch 10 Prozent unseres Geldes ausmacht, die 20er-Note weit weniger als 1 Prozent. 90 Prozent des Geldes produzieren Geschäftsbanken wie UBS und Credit Suisse per Knopfdruck. Die Bevölkerung ist im Glauben, auf den Bankkonten seien echte Franken.

84 Millionen neue 20-Franken-Scheine kommen in Umlauf. Das entspricht einem Wert von insgesamt 1,68 Milliarden Schweizer Franken. Die gesamte Geldmenge (M1), die dem Publikum zur Verfügung steht, beträgt 600 Milliarden Schweizer Franken. Die neuen 20er-Noten machen also etwa 0,3 Prozent der Geldmenge aus. Dieser eigentlich vernachlässigbar kleine Teil der Geldmenge ist dank der neuen Note gut sichtbar und fühlbar. Dass 90 Prozent der Geldmenge aber aus virtuellem Geld besteht, das nicht von der Nationalbank sondern von Geschäftsbanken wie UBS und Credit Suisse per Knopfdruck aus dem Nichts hergestellt wird, ist einer grossen Mehrheit der Bevölkerung immer noch unbekannt. Dieser Etikettenschwindel ist auch kaum fühl- oder sichtbar. Aufklärung über diesen Umstand tut Not bei der Berichterstattung.

 

40 Rappen Kosten - 19.60 Franken Gewinn

Wird eine 20er-Note hergestellt, so fallen 40 Rappen Produktionskosten an. Mit der Inumlaufbringung jeder 20er-Note könnte die Nationalbank also 19.60 Franken Gewinn machen, den sie über die Ausschüttungen der Allgemeinheit zukommen lassen könnte. So geschieht es bei der Inumlaufbringung der Münzen. Stattdessen verleiht die Nationalbank die Noten jedoch an die Banken, momentan nahe der 0% Zinsmarke. Den möglichen Gewinn aus der Geldherstellung des elektronischen Buchgeldes lässt sich die Allgemeinheit heutzutage sogar ganz entgehen: Nicht die Nationalbank sondern die Geschäftsbanken produzieren das auf Franken lautende Buchgeld auf unseren Bankkonten. Die Schweizer Geschäftsbanken machten laut einer Studie der Copenhagen Business School  zwischen 2007 und 2015 einen Zins-Extragewinn von 34.8 Milliarden Schweizer Franken aufgrund ihres Privilegs selber Geld herzustellen. Hätte die Schweizerische Nationalbank dieses Geld erzeugt, wären die Milliardengewinne der Öffentlichkeit zur Verfügung gestanden. Dies wäre eine positive Folge der Vollgeld-Initiative, über die das Schweizer Stimmvolk abstimmen wird.

Licht ins Dunkel bringen
Die neue 20er-Note behandelt das Thema Licht. Tatsächlich wäre es dringend nötig, mehr Licht in die Geldherstellung zu bringen. Das Gegenteil passiert: Die Berichterstattung über die neue Note ordnet deren Relevanz und Relation nicht ein. Stattdessen wird über die 15 Sicherheitsmerkmale und die Fälschungssicherheit berichtet, wodurch der Bevölkerung die wirklich wichtige Tatsache verschleiert bleibt: Der virtuelle Franken auf ihren Konten ist weder sicher noch echt. Denn dieses virtuelle Geld stammt nicht von der Nationalbank und ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. Es wird per Knopfdruck von Geschäftsbanken hergestellt und ist nur ein Versprechen der Banken, bei Bedarf echte Schweizer Franken, also Bargeld, auszuzahlen. Vor diesem Hintergrund zielt die Diskussion um die Fälschungssicherheit der neuen Note, die nur 0,3 Prozent der Geldmenge ausmacht, am Ziel vorbei. Insbesondere solange die virtuellen Franken auf unseren Konten nicht den Sicherheitskriterien der Schweizer Nationalbank entsprechen, aber 90% unseres Geldes ausmachen.

 

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