Vollgeld hat für Banken viele Vorteile:

Die Umstellung auf Vollgeld ist technisch sehr einfach.
Die Geschäftsfelder der Banken bleiben gleich.
Für Banken gibt es (im heutigen Null- oder Negativzinsumfeld) keine finanziellen Nachteile durch die Umstellung auf Vollgeld.
Der Abbau von Bürokratie und Bankenregulierung wird möglich, neue Geschäftsmodelle werden einfacher realisierbar, die Vielfalt des Bankenplatzes Schweiz profitiert.
Die nationale und internationale Positionierung des Bankenplatzes Schweiz wird gestärkt, Vollgeld ist eine kostenlose Imagekampagne.
Die Liquiditätsplanung wird vereinfacht und die Gefahr von Bank Runs wird verhindert.
Banken werden entschuldet und Risiken aus dem Interbankenmarkt verringert.
Die systemische Benachteiligung von kleineren Banken gegenüber Grossbanken entfällt.
Bankmitarbeiter und Kunden verstehen das Geschäftsmodell der Banken wieder.
Die Motivation der Bankmitarbeiter/innen wächst.

 

Diese Vorteile sind in der Broschüre "Information für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schweizer Banken" ausführlich erläutert.

Bitte schauen Sie sich die Broschüre an und schicken Sie den Link dieser Seite an Ihre Bekannten und Freunde weiter, die bei einer Bank arbeiten.

Anteil verschiedener Bankengruppen an der Geldschöpfung

Fast alle Kredite, Finanzanlagen, Beteiligungen und Immobilien werden heute von Banken durch selbst geschöpftes Buchgeld finanziert, womit sich die Geldmenge erhöht. Wenn Banken Spar- und Anlagegelder von Kunden annehmen, wird Geld stillgelegt und damit die umlaufende Geldmenge M1 wieder reduziert. Es müssen also immer wieder neue zusätzliche Kredite in Umlauf gebracht werden, damit die Geldmenge sich nicht reduziert aufgrund der “stillgelegten” Gelder. Der Unterschied zwischen Krediten, Finanz- und Sachanlagen (Geldschöpfung) abzüglich der Spargelder auf Zeit (Geld-Stilllegung) ergibt das elektronische Buchgeld der Banken (Sichteinlagen).

Das Verhältnis zwischen Geldschöpfung zur Geld-Stilllegung ist nach Bankengruppe sehr unterschiedlich. Bei den Raiffeisenbanken stehen allen Krediten und Finanzanlagen 90% auf Zeit angelegte Spareinlagen von Kunden gegenüber, bei den Grossbanken (UBS und CS) dagegen nur 57%. Entsprechend mehr profitieren die Grossbanken von der Geldschöpfung. Wenn Raiffeisenbanken 100% neu geschöpfte Gelder dem Geldkreislauf zuführen, so legen sie gleichzeitig 90% wieder still, die Grossbanken dagegen nur 57%. Entsprechend haben Grossbanken geringere Refinanzierungskosten, denn Sparkonten müssen höher verzinst werden.

Die bei genossenschaftlichen Raiffeisenbanken angelegten Spargelder entsprechen also fast dem Volumen ihrer ausstehenden Kredite. Damit könnten die Raiffeisenbanken nach der Vollgeldumstellung die Kreditvergaben weitgehend durch Spargelder finanzieren. Auch viele Sparkassen und Kantonalbanken werden die Umstellung zu Vollgeld kaum merken. Mit Vollgeld wird deren vorsichtiges Geschäftsmodell belohnt. Dagegen werden sich die Grossbanken mit Vollgeld stärker um die Vorfinanzierung kümmern müssen. Das ist möglich durch ein verstärktes Anwerben von Spargeldern, Kredite vom Geldmarkt oder bei der SNB. Dies wird aufgrund der aktuellen Nullzins-Situation aber kaum finanzielle Auswirkungen haben, da die Umstellungskredite zum Nullzins zu bekommen sind.

Genaue Zahlen wie stark die verschiedenen Bankengruppen Geld schöpfen finden sich in dieser Auswertung.

Vollgeldreform: Höhe der notwendigen Umstellungskredite der SNB an die Banken (ca. 100 Milliarden CHF)

Bei der Vollgeldreform werden alle Verbindlichkeiten der Banken (gegenüber Kunden und anderen Banken) auf Sicht (d.h. täglich fällig) in Vollgeld der Nationalbank gewandelt. Dafür erhalten die Banken entsprechende Kredite von der SNB. Gleichzeitig werden die bisherigen Guthaben der Banken bei der SNB frei verfügbar und können sofort zur Tilgung dieser Umwandlungskredite verwendet werden.
Verbindlichkeiten auf Sicht minus Guthaben bei der SNB ergeben den Netto-Bedarf an Umstellungskrediten bei der Vollgeldreform (= 82.7 Milliarden SFr.)
Da die Banken aus Liquiditätsgründen nicht alle SNB-Guthaben zur Kredittilgung verwenden werden, wird der tatsächliche Kreditbedarf darüber liegen, z.B. bei 100 Milliarden SFr.

Genaue Zahlen dazu finden sich in dieser Auswertung.

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